Förderung bei Rechenschwäche

Entspannt und sicher Rechnen lernen

Nachhaltiges Wissen braucht Freude am eigenen Entdecken

Kinder und Jugendliche, die beim Rechnen Schwierigkeiten haben, sollen das Rechnen erlernen und dabei möglichst viel Spaß haben. Das ist die zentrale Aufgabe unserer Rechenpaten in der Zusammenarbeit mit den Kindern, Jugendlichen sowie den Lehrkräften, Betreuern und Eltern.

Ausgangspunkt unserer Förderung bei Rechenschwäche sind konkrete, subjektiv empfundene Herausforderungen. Entscheidend für uns ist dabei sowohl die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche denken „Mathe ist doof“ oder noch schlimmer „Ich bin zu doof für Mathe“ als auch die Tatsache, dass die Kinder und Jugendlichen im Fach Mathematik – gemessen an den schulischen Noten – als „schlecht“ eingestuft werden.

Förderung bei Rechenschwäche - Lerntherapie bei Dyskalkulie
TIGRO Fördermaterial

Da bei den Kindern und Jugendlichen mit Rechenschwäche häufig die Motivation für das Fach Mathematik fehlt, kommt dem Wiederaufbau der Motivation mittels Lernspielen eine zentrale Bedeutung zu. Hierfür stellt der Erwerb der dafür entwickelten „TIGRO-Box“ eine wesentliche Voraussetzung dar. Bzgl. der Zusatzbox nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit uns auf. Für den Fall einer Förderung in außerschulischen Kontexten besteht die Möglichkeit, einzelne Spiele bei unserer Kooperationspartnerin, Frau Dr. Silvia Pixner, (» Tigro Fördermaterial) zu beziehen.

Unsere Fachkräfte verfügen über das konzeptionelle Handwerkszeug, um den Einsatz der Fördermaterialien so zu modellieren, dass sie dadurch alle Kinder und Jugendlichen angemessen fördern können. Zum Teil blicken unsere Fachkräfte bereits auf mehrere hundert Stunden an Fördererfahrung zurück.

Um ihnen eine adäquate Hilfe anbieten zu können, ermitteln wir in einer Eingangsdiagnostik stets konkrete Tätigkeitsfelder für die Förderung bei Rechenschwäche. Daraus ergibt sich dann ein individuell abgestimmter Mix aus:

  • mathematischer Förderung
  • Verbesserung der Selbstwirksamkeitserwartung
  • Verstärkung der Motivation, sich mit der Mathematik zu beschäftigen

Die zentrale Frage für die Förderung lautet: Wie erreichen wir Kinder und Jugendliche, die bisher zahlreiche Misserfolge erlebt haben und dadurch unmotiviert sind? Die Antwort lautet: Spielen!

Alle Kinder und Jugendlichen spielen gern, sodass wir sie immer wieder auffordern, mit uns zu spielen, anstatt mit uns Mathematik zu üben. So bauen wir nach und nach die Motivation bei den Kindern und Jugendlichen auf, bis der spielerische Aspekt zunehmend in den Hintergrund und der mathematische Kern in den Fokus rückt.

Somit erreichen die Rechenpaten bei den Kindern und Jugendlichen mathematische Bildung, sowie nachhaltiges Wissen, das ihnen die Möglichkeit bietet, sich in den entsprechenden Situationen angemessen zu verhalten. Dabei steht jeweils die individuelle Ausgangslage des Kindes bzw. Jugendlichen im Mittelpunkt.

Unser innovatives Konzept zum Rechnen lernen vereint Elemente vieler pädagogisch-didaktischer Richtungen wie selbstentdeckendes Lernen, ganzheitliches Lernen, Lernen am Modell sowie Elemente aus dem lerntherapeutischen Setting. Bei uns lernen Kinder und Jugendliche mit eigens für diesen Zweck entwickelten Lernspielen und können darüber die Freude an der Mathematik (wieder-) entdecken.

Rechnen lernen gehört zum Bildungsauftrag von Schule. Daher ist der beste Ort für eine individuelle Förderung der Lernort Schule.

Für Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Milieus bieten wir eine Förderung durch Rechenpaten im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets oder über die sog. Bonusgelder an. Diese Finanzierungsformen ermöglichen es Schulen, ein kostenneutrales Angebot – gerade auch für benachteiligte Kinder und Jugendliche – einzurichten.

Unabhängig von der staatlich finanzierten Förderung bieten wir auch eine privat finanzierte Förderung in der Schule an. Die Kosten können sowohl vollständig als auch anteilig von der Schule, dem Förderverein oder den Eltern übernommen werden.

Eltern als Co-Förderkräfte

Es ist eine wunderbare Eigenschaft von Eltern, dass sie sich einerseits nicht als Profi für das Thema Rechenschwäche definieren, doch andererseits ein hohes Interesse daran haben, den Kindern und Jugendlichen zu helfen. Hierin nehmen wir Eltern sehr ernst und fördern soweit wie möglich ihr Engagement.
Dieses sollte vor allem darin bestehen, dass Eltern den Kindern und Jugendlichen das Gefühl geben, sie mit ihren Stärken und Schwächen anzunehmen und zu akzeptieren. Der Aufbau einer stabilen emotionalen Beziehung, die auch trotz sog. Schwächen stabil bleibt, zeigt den Kindern und Jugendlichen, dass sie auch mit ihren Schwierigkeiten willkommen sind.
Verstärkt wird dies noch durch Handlungen, bei denen die Kinder und Jugendlichen erkennen, dass ihre Eltern bereits auf die Anstrengungen stolz sind und nicht erst auf das richtige Ergebnis.

Auf diese Art und Weise kann der Druck in der Familie herausgenommen und die Familie als Ort des Wohlfühlens definiert werden. Der Rückhalt der Familie stärkt den Kindern und Jugendlichen den Rücken und lässt sie Misserfolge eher als Teil eines Lernprozesses akzeptieren. Gleichzeitig bestärkt der Rückhalt in der Familie die Kinder und Jugendlichen darin, immer weiterzumachen.
Abhängig vom Alter und den mathematischen Kompetenzen können Eltern die Kinder und Jugendlichen auch mit alltäglichen mathematischen Fragestellungen in ihrer Entwicklung fördern.
Einer der wichtigsten Aspekte überhaupt ist die Auseinandersetzung mit den Kindern und Jugendlichen zu der immer wieder aufgestellten – und keinesfalls zutreffenden – Behauptung, dass Menschen mit einer Rechenschwäche dümmer seien, als andere Menschen. Wenn dies nachhaltig bearbeitet werden konnte, werden die Kinder und Jugendlichen deutlich selbstbewusster und mit mehr Selbstvertrauen durch ihr Leben gehen.

Was geschieht, wenn Kinder und Jugendliche keine Hilfe erhalten?

Eine unbehandelte Rechenschwäche kann für die betroffenen Kinder und Jugendlichen unangenehme Auswirkungen haben.

So empfinden sich viele von ihnen als dumm, verlieren ihr Selbstvertrauen sowie ihre Motivation zu lernen. Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit, Bauch- und Kopfschmerzen können sich verfestigende Anzeichen einer psychischen Destabilisierung sein, die häufig auch noch durch Dauerstreitereien in der Familie verstärkt wird.

Es entsteht ein „Teufelskreis“ (» Rechenschwäche), in dem sich die verschiedenen Auswirkungen nach und nach gegenseitig verstärken und den Kindern und Jugendlichen irgendwann den Mut nehmen, sich noch einmal auf die Mathematik einzulassen.

Im besten Fall bleiben die Auswirkungen auf das Fach Mathematik beschränkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die negativen Erfahrungen auf andere Fächer und das gesamte Leben „abfärben“, ist jedoch erfahrungsgemäß recht groß. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen für eine Rechenschwäche aktiv zu werden und sich nach professioneller Hilfe umzusehen.

Was geschieht, wenn Kinder und Jugendliche eine ungeeignete Hilfe erhalten?

Übung macht den Meister – leider nicht immer!

Aus Sorge, dass die Kinder bzw. Jugendlichen den Anschluss an den Schulstoff und die Klassenkameraden verpassen, ist das häufigste Mittel der Wahl die Nachhilfe. Diese macht jedoch nur Sinn, wenn z.B.

  • kurzfristig Unterrichtsstoff versäumt wurde (Inhalte nacharbeiten),
  • eine Klassenarbeit bevorsteht (Inhalte wiederholen) oder
  • die Erklärungen der Lehrkraft das Kind bzw. den Jugendlichen nicht erreichen (Inhalte verständlich machen)

Versuche, eine bestehende Dyskalkulie oder Rechenschwäche durch permanentes Üben, Wiederholungen des aktuellen Schulstoffes und Nachhilfe zu überwinden, scheitern in der Regel, denn all diese Maßnahmen führen bei den Betroffenen ausschließlich zum Einüben von Unverstandenem, zum  Auswendiglernen von Aufgaben- und Merksätzen, Rechenregeln und der Nutzung von sogenannten Eselsbrücken.

Dadurch wird weder eine Einsicht in die Inhalte und Begründungen der zahlenmathematischen Logik noch der Aufbau einer tragfähigen mathematischen Basis erreicht. Das so „Gelernte“ wird zumeist genauso schnell vergessen, wie es aufgebaut wurde.

Derartige Übungsprozesse sind eine Qual für alle Beteiligten, vor allem jedoch für die rechenschwachen Kinder und Jugendlichen. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer sekundären Neurotisierung, Frustrationen sowie zu einer wachsenden Lernabneigung bis hin zu einer fächerübergreifenden Lernunlust und allgemeinen Schulangst. Damit befinden sich die Kinder und Jugendlichen inmitten des “Teufelskreises Lernstörungen“ mit Versagensängsten, Misserfolgserwartungen und einer negativen Selbstwahrnehmung.

Anstatt einer gutgemeinten Hilfestellung wird die Nachhilfe direkt zum Ausgangspunkt für eine durchweg negative Entwicklung.

Ganz anders sieht es bei der von uns durchgeführten Förderung aus, die darauf abzielt, zunächst einmal das mathematische Fundament zu legen, um im Anschluss daran weiteres mathematisches Wissen aufzubauen.