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Rechnen lernen

Unser Angebot ist lösungsorientiert, d.h. ein Kind, das nicht Rechnen kann, sollte Rechnen lernen. Bei uns lernen Kinder Rechnen. 

Die Zuschreibung eines Status wie "Dyskalkulie", "Rechenschwäche" usw. ist vor allem notwendig, wenn Sie im Rahmen institutioneller Regelungen Hilfe erhalten möchten. In diesem Feld sind wir nicht tätig, wir wollen, dass ihr Kind Rechnen lernt und dabei Spaß hat.

Ausgangspunkt unserer Förderung sind daher konkrete, subjektiv empfundene Herausforderungen. Entscheidend für uns ist daher die Tatsache, ob ein Kind denkt "Mathe ist doof" oder noch schlimmer "Ich bin zu doof für Mathe" und weniger, ob das Kind tatsächlich in Mathematik schlecht ist. Unabhängig von dieser persönlichen Einstellung ermitteln wir in einer Eingangsdiagnostik konkrete Tätigkeitsfelder für die Förderung. Daraus ergibt sich dann ein individuell abgestimmter Mix aus

  • mathematischer Förderung
  • Verbesserung der Selbstwirksamkeitserwartung
  • Motivation

Die mathematische Förderung überlagert dabei die beiden anderen Felder, denn Kinder die oft erfolgreich mathematische Herausforderungen bearbeitet haben, erwarten, auch in Zukunft erfolgreich zu sein und sind entsprechend motiviert. Nur wie wird der Anfang gemacht, wenn das Kind zahlreiche Misserfolge hinter sich hat und unmotiviert ist? Die Antwort lautet: Spielen! Alle Kinder spielen gern und wir fordern sie immer wieder auf mit uns zu spielen. Mit fortschreitender Motivation tritt der spielerische Aspekt zunehmend in den Hintergrund und der mathematische Kern wird fokussiert. Da dieser sehr vielschichtig ist (siehe Infokasten unten: "Ebenen mathematischer Bildung"), stehen Sie als Eltern der Anforderung gegenüber, das passende Förderangebot zu finden.

 

Nachhilfe zielt auf ein positives Evaluationsergebnis ab. Dafür genügt es, die Ergebnisproduktion zu trainieren, die in richtig und falsch differenziert. Inhalte beziehen sich in der Regel auf die formalen Anforderungen, die den Rahmenlehrplänen entsprechen. Die individuelle Ausgangslage des Kindes findet nur eine geringe Berücksichtigung. Ziel ist die gute Zensur in der nächsten Klassenarbeit.

 

Rechenpaten zielen auf mathematische Bildung und damit auf nachhaltiges Wissen ab. Der abstrakte Gehalt der Arithmetik, der sich in zahlenmäßig dargestellten Strukturen niederschlägt, ist Gegenstand der Förderung. Sprachlich vermittelte Reflexion zur Ausbildung metakognitiven Wissens dient der Anbahnung propädeutischen Wissens. Die individuelle Ausgangslage des Kindes steht dabei im Mittelpunkt. Ziel ist die nachhaltige Bildung.

 

Auch wir Rechenpaten haben ein  Konzept, mit dem alle  Kinder gefördert werden. Jedoch wird den Studierenden in der Schulung nicht nur dieses Konzept vermittelt, sondern zusätzlich intensiv die Anpassungsleistung an die Erfordernisse des jeweiligen Kindes trainiert, wodurch das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Modifizierung geschärft wird. Ein Konzept ist eben nur so gut, wie derjenige, der es umsetzt. Mit dem Wissen um diesen entscheidenden Unterschied haben wir motivierte und flexible Förderlehrer gesucht und in der Universität gefunden: Studierende des Fachbereiches Grundschulpädagogik.

Ebenen mathematischer Bildung

Rechnen lernen bezeichnet die Berechnung richtiger Ergebnisse. Diese Fähigkeit wird vor allem in Ausbildungsberufen nachgefragt. Die Reduzierung der Schulmathematik auf diesen Aspekt ist  sehr verbreitet und wird daher von uns in der öffentlichen Darstellung verwendet.

Mathematische Bildung fokussiert quantitative Beziehungen, die über Rechenoperationen hergestellt werden. Die sprachliche Darstellung erkannter mathematischer Strukturen und Muster spielt ein zentrale Rolle.

Der sichere Umgang mit mathemtischen Strukturen findet seinen Niederschlag in der Modellierung alltagspraktischer und semiberuflicher Kontexte. Die Fähigkeit zur Strukturiererung nichtmathemtischer Sachverhalte ist zentral für die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs und Voraussetzung für zahlreich berufliche Positionen.

Die Fördertätigkeit der Rechenpaten bezieht sich auf alle drei Ebenen, tendenziell wird die mathematische Bildung fokussiert.

Sprache und Mathematik

Im Sinne mathematischer Bildung ist Mathematik der Umgang mit abstrakten Strukturen. Die Abstraktionsfähigkeit steht im Mittelpunkt einer so verstandenen Schulmathematik. Abstraktionsfähigkeit wird vor allem sprachlich vermittelt. Gemeint ist hier eine Sprache mit hohem abstrakten Gehalt. Im wissenschaftlichen Rahmen wird dies als kontextfreie Sprache, im Schulumfeld als Bildungssprache bezeichnet. Diese Sprache zeichnet sich vor allem aus durch Substantivierungen, Passivierungen, konzeptioneller Schriftlichkeit auch in mündlichen Äußerungen und einer Fokussierung auf den Inhalt und weniger auf die Form (Gestik, Mimik).

Mathematische Bildung ist ohne Sprachbildung nicht denkbar. Und umgekehrt geht der Erwerb von Bildungssprache einher mit der Ausbildung abstrakten denkens. Daher gilt "Sprache ist unbewusste Philosophie" und bezogen auf die Erkennung abstrakter Strukturen "Du kannst nur sehen was du denken kannst".

Die bildungssprachliche Ausdrucksweise ist ein zentrales Tätigkeitsfeld bei der Förderung durch Rechenpaten.

Hierarchische Struktur der Arithmetik

Aufgabe der Arithmetik der Grundschule ist die Erweiterung des Zahlbegriffs und damit einhergehend der Rechenoperationen. Der Begriff "Erweiterung" weist darauf hin, dass vor dem Hintergrund eines bisher verwendeten Zahlbegriffs eine Erweiterung stattfindet. Ein Zahlbegriff bereitet den jeweils nächsten vor. Fehlt ein Zahlbegriff, so kann der nächste nicht in seiner vollen Tiefe und Tragweite entwickelt werden. Die Lücke setzt sich fort und bildet ein immer größeres Feld unverstandenen Wissens aus. Dies geschieht nicht zwangsläufig, denn in vielen Fällen schließen Kinder die Lücken durch Analogienbildung und Übertragung. Sehr häufig jedoch bleiben die Lücken und setzen sich bis in die Sekundarstufe fort.

Im Rahmen der Förder- und Verlaufsdiagnostik erkennen Rechenpaten die Lücken und setzen entsprechend an diesen mathematischen Inhalten an.



Die Förderbox

Die hohen Anforderungen an die Flexiblilität einer individualisierten Förderung verlangt nach einer Standardisierung der konkreten Fördersituation. Dies haben wir mit der Entwicklung der Förderbox umgesetzt. Gleichzeitig konnten wir damit die Förderbox als Grundlage unseres spielerischen Förderkonzeptes sicherstellen.

Ausgangspunkt jeder mathematischen Abstraktion ist die konkrete Darstellung mathematischer Sachverhalte. Dafür ist ein geeignetes didaktisches Material erforderlich, das wir für die Förderbox ausgewählt und zusammengestellt haben. So kleiden die Spielideen und -materialien ein bewährtes didaktisches Vorgehen in einen spielerischen Kontext ein.

Aus diesem Grund ist die Förderung durch Rechenpaten stets an das Vorhandensein der Förderbox gebunden. Für die private Förderung kann die kleine Variante der Förderbox, das Spiel-Set, erworben werden.